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Sunday
29
APR

Traumbilder: Chor- und Ensemblekonzert

17:00
22:00

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Der Eintritt ist frei – Platzreservierungen sind möglich.

„Träume haben keine göttliche Natur und keine prophetische Kraft, sondern entstehen durch eindringliche Bilder“. Diesem Ausspruch des griechischen Philosophen Epikur von Samos wollen wir bei der Toncollage „Traumbilder“ nachspüren, ihn dahingehend vertiefen, da es bei der Musik letztendlich nicht um „Bilderwelten“, sondern um „Gefühlswelten“ oder „Seelentiefen“ geht.

Die Chor- und Instrumentalmusik des 19., 20. und 21. Jahrhundert bietet eine Fülle von Werken, um diesem Thema musikalisch gerecht zu werden. Dabei geht es uns nicht um die allgemein bekannten Werke, wie z.B. der „Liebestraum“ von Liszt, die „Träumerei“ von Schumann oder dergleichen mehr, nein, es interessieren uns die weniger bekannten, aber dafür in Text und Musik gleichfalls ausdrucksstarken Kompositionen bekannter, aber auch unbekannter Komponisten.

Die Romantik des 19. Jahrhunderts wird vor allem in den Chor-Liedern eines Brahms (Abendständchen, Waldesnacht usw.), eines Schulz (Der Mond ist aufgegangen) oder eines Reichardts ihren musikalischen Ausdruck finden. Den Bezug zu unserer Zeit entdeckt man dann bisweilen in der Bearbeitung durch Komponisten unserer Tage.

Die Moderne findet ihre ganz persönliche Art des Ausdrucks mit dem jeweiligen „Traumbild“ umzugehen: Ist es bei dem Zyklus „Veni creator spiritus“ von Carl Orff (komponiert 1930) der fast nüchterne Kontrast zu den expressionistischen Sprachbildern des Textautors Franz Werfl, so finden wir bei der Komposition „Sleep“ (komponiert 2000) des Amerikaners Eric Whitacre, ein beinahe „neoromantisches“ Tongemälde vor, welches uns den Schlaf mit all seinen Traumbildern geradezu greifbar miterlebbar macht, uns gewissermaßen in die Seelentiefen dieser „Bilder“ versenkt. Komponisten wie Minta Aleksinački, ein Tonschöpfer aus Serbien, oder der aus dem ostdeutschen Raum stammende und in der Zwischenzeit verstorbene Komponist Joachim Denhoff, finden ihre jeweils eigene und ganz persönliche Klangwelt mit „Traumbildern“ umzugehen. Selbst der Amerikaner Charles Ives schafft in seinem Stück „The Unanswered Question“ (komponiert 1906) eine kühne Fiktion aus drei verschiedenen Klangschichten, die völlig unabhängig voneinander, die immerwährende Frage des Daseins stellen. Eine Lösung bleibt auch hier, wie in der Bilderwelt der Träume, offen.

Am Schluss widmen sich Chor und Instrumentalensemble der zeitgenössischen, in der Zwischenzeit durchaus klassisch gewordenen Popularmusik. In aktuellen Arrangements für Chor und Instrumente, werden u.a. die Visionen des irischen Folksongs „Scarborough Fair“, bekanntgeworden durch das amerikanische Duo Simon and Garfunkel, besungen, oder die klangliche Umsetzung des Traumes von Liebe und Frieden durch den Beatles-Klassiker „While My Guitar Gently Weeps“. Selbst in dem Song „Engel“ von der Gruppe Rammstein finden sich zärtliche, bisweilen groteske und surreale Traumbilder wieder, die wir erlebbar machen wollen.