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Wednesday
02
MAY

Leiden zeigen

19:00
21:00
Deutsches Hygiene-Museum
Event organized by Deutsches Hygiene-Museum

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SCHMERZ IN UNSERER KULTUR / mit Nora Gomringer u.a.

Eintritt frei

Was sagt der Umgang einer Gesellschaft mit Krankheit, Leiden, Schmerz über das Selbstverständnis, die Wertorientierung, das Menschenbild, über die ökonomische Lage oder die Bedeutung von Wissenschaft oder Religion in dieser Gesellschaft aus? Diese Frage steht im Mittelpunkt der letzten Veranstaltung unserer Reihe Schmerz - eine Leidenschaft der Seele?

Das Erleben und Durchleiden von Schmerzen galt je nach kulturellem oder religiösem Deutungsrahmen als Bewährungsprobe und Prüfung, als Männlichkeitsbeweis, als Initiationsritus, als Sühne für eine Schuld, als Strafe oder als Form der Selbstdisziplinierung und damit als Statusbeweis. Heute werden Schmerzen zum Wohle der meisten Menschen behandelt. Für uns scheint Schmerz sinnlos geworden zu sein, ein zu beseitigendes Übel in einer Leistungsgesellschaft, die vollen Einsatz braucht. Religiöse Überzeugungen spielen für uns kaum noch eine Rolle, vielmehr vertrauen wir den Segnungen des wissenschaftlichen Fortschrittes. Verlieren wir damit aber auch ein Stück eigene Lebensführungskompetenz?

Joseph Beuys hob die universelle Bedeutung und damit auch die Notwendigkeit des Schmerzes folgendermaßen hervor: „Es geht nichts ohne Schmerz, ohne Schmerz gibt es kein Bewußtsein.“ Schmerz ist demnach mehr als ein biologisches Signal, er stellt eine übergeordnete Dimension des Lebens dar. Somit stellt sich auch die Frage, ob uns die Kunst, Literatur, Spiritualitätden Sinn von Krankheit, Schmerz und Leiden zurückgeben kann? Wie kann man lernen, Schmerzen zu verstehen? Unterscheiden sich Männer und Frauen im Umgang mit dem Schmerz?


Über diese und andere Fragen diskutieren miteinander und dem Publikum:

Nora Gomringer, Lyrikerin und Performerin, Ingeborg-Bachmann Preis 2015, Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, Bamberg. Sie liest zunächst aus ihrem Gedichtband „Morbus“ (Voland&Quist, 2015) und spricht anschließend mit:

Prof. Dr. med. Volker Roelcke, Medizinhistoriker, Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin, Universität Göttingen

Prof. Dr. Paula-Irene Villa, Lehrstuhl Soziologie/Gender-Studies, Ludwig-Maximilians-Universität München

Maria Anna Feydt, Seelsorgerin, St. Joseph-Stift Dresden


Moderation:

Michael Ernst, Kulturjournalist, Dresden

Veranstaltung der Reihe Schmerz - eine Leidenschaft der Seele? in Kooperation mit dem Universitäts SchmerzCentrum des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Sächsische Landesärztekammer

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