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Saturday
14
APR

Der Hauptmann

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filmforum Duisburg
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Der Hauptmann
Deutschland, Frankreich, Polen 2018, Laufzeit: 119 Min., FSK 16
Regie: Robert Schwentke; Darsteller: Max Hubacher, Milan Peschel, Frederick Lau, Alexander Fehling, Waldemar Kobus, Samuel Finzi

Der Krieg ist längst verloren, als der Gefreite Willi Herold (Max Hubacher) übers Feld gehetzt wird. Mit Glück entkommt der Deserteur den Häschern, durch Zufall findet er in einem verlassenen Wagen die Uniform eines Hauptmanns. Herold schlüpft ins „fremde Kleid“ und verwandelt sich mit einen bisschen Übung in einen Befehlshaber. Fast mühelos bringt er die Soldaten Freytag (Milan Peschel) und Kipinski (Frederick Lau) sowie weitere verlorene Krieger unter seine Befehlsgewalt. Sein „Sonderkommando Herold“ handelt auf direkten Befehl des Führers, wie er sagt. Der Hauptmann wird zum Schlächter, „räumt in einem Lager auf“, tötet Deserteure. Ist es der Rausch der Macht, schierer Sadismus oder die Logik des Krieges, die ein geschundenes Menschlein in ein Monster verwandelt?

Der Regisseur Robert Schwentke, der über Jahre in Hollywood drehte, verweigert in seinem Kriegsdrama DER HAUPTMANN jede einfache Antwort. Schwentke orientierte sich an einer wahren Geschichte, als er das Drehbuch über einen unbekannten Soldaten schrieb. Eben darum ging es ihm, die Brutalität des Krieges aus der Täter-Perspektive zu zeigen. Das fordert heraus und der Film fordert in der Tat den Zuschauer. Die Kamera schaut nicht weg. Es wurde schon genug weggeschaut. Florian Ballhaus, der Sohn des verstorbenen Star-Kameramanns Michael Ballhaus, fotografierte gekonnt in Schwarz-Weiß. Max Hubacher verleiht dem Hauptmann zuweilen eine gewisse kindliche Attitüde. Der wahre Willi Herold war keine 20 Jahre alt, als er zum marodierenden Hauptmann wurde.