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Friday
06
APR

GEGENkino: Sensory Ethnography Lab - Hommage

20:00
22:00
Luru Kino in der Spinnerei
Event organized by Luru Kino in der Spinnerei

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Dreitätige Hommage zum SENSORY ETHNOGRAPHY LAB.
10 Filme, 2 Soundarbeiten!

Three-day homage-edition dedicated to the SENSORY ETHNOGRAPHY LAB.
10 films, 2 soundworks

6.4. 20 Uhr – UT-Connewitz:
SWEETGRASS
USA 2009 DOK, R: Ilisa Barbash & Lucien Castaing-Taylor, 101', 35mm, OmU
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Ursula Rao
https://www.facebook.com/events/1254186964725688/

6.4. 22 Uhr – UT-Connewitz:
FOCUS ON NEPAL - Stephanie Spray
UNTITLED
2010 DOK, R: Stephanie Spray, 14', DCP, OmeU
AS LONG AS THERE'S BREATH
2009 DOK, R: Stephanie Spray, 56', DCP, OmeU
MONSOON-REFLECTIONS
2008 DOK, R: Stephanie Spray, 23', DCP, OmeU
https://www.facebook.com/events/1605885386115548/

7.4. 20 Uhr – LURU-Kino:
FOREIGN PARTS
USA/F 2010 DOK, R: Vèrèna Paravel & J.P. Sniadecki, 80', DCP, OmeU
SINGLE STREAM
USA 2014 DOK, Paweł Wojtasik, Toby Kim Lee, and Ernst Karel, 23', DCP, OmeU
Mit einer Einführung von Jun.-Prof. Dr. Simon Rothöhler
https://www.facebook.com/events/229024014332524/

7.4. 22 Uhr – LURU-Kino:
FOCUS ON CHINA - J.P. Sniadecki
SONGHUA
USA/CHN 2007 DOK, R: J.P. Sniadecki, 28', DCP, OmeU
YUMEN
USA/CHN 2013 DOK R: Xu Ruotao, J.P. Sniadecki, Huang Xiang, 65', DCP, OmeU
THE YELLOW BANK
USA/CHN 2010 DOK, R: J.P. Sniadecki, 27', DCP, OmeU
https://www.facebook.com/events/1609613779121002/

8.4. 18 Uhr – LURU-Kino
SOUND WORKS - Ernst Karel
MORNING AND OTHER TIMES
USA 2014, R: Ernst Karel, Audio, 30'
SWISS MOUNTAIN TRANSPORT SYSTEMS, RADIO EDIT
USA 2011, R: Ernst Karel, Audio, 55'
https://www.facebook.com/events/2038571853049812/

8.4. 20 Uhr – LURU-Kino
CANIBA
F 2017 DOK, R: Véréna Paravel & Lucien Castaing-Taylor, 90', DCP, OmeU
https://www.facebook.com/events/2030118210536377/

Die bisherigen Hommage-Sektionen widmeten sich einzelnen FilmemacherInnen - Harun Farocki, Hito Steyerl und Mika Tanita - die sich mit ihren Arbeiten gängigen Erzählweisen und Darstellungskonventionen entgegenstellten und mitunter versuchen im Bereich des dokumentarischen Films neue Wege zu gehen. In der diesjährigen Ausgabe richten wir unser Augenmerk erstmals auf einen Zusammenschluss von FilmemacherInnen, der an den beschriebenen Dokumentarfilm-Zusammenhang auf eigenständige Weise anschließt. Das SENSORY ETHNOGRAPHY LAB (SEL), ein 2007 an der Harvard Universität ins Leben gerufenen, interdisziplinär ausgerichtetes Laboratorium, setzt es sich zum Ziel, mittels Synthese aus ästhetischer Praxis und angewandter, visuell operierender Ethnographie kulturelle und gesellschaftsgeschichtliche Phänomene auf neue Weise ins Bild zu setzen und dabei vor allem dem "Sensor" der Namensgebung gerecht zu werden.
Mit ungewohnter Emphase auf körperliche Erfahrung und Interesse am Aufspüren von Stimmungen und Rhythmen sozialer Orte sowie extremer Arbeitsbedingungen richten die über zehn hier assoziierten KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen Kamera und/oder Tonaufnahmegerät sowohl auf inneramerikanische als auch eher klassisch ethnographische Sujets weltweit. Das jeweils spezifische Verhältnis vom Menschen zur Natur bildet dabei ebenso einen Schwerpunkt wie großstädtische Lebensräume oder intime Familienzusammenhänge, deren Darstellung aber - und das ist eine wichtige Abgrenzung zum populären ethnographischen Dokumentarfilm - nicht mit der üblichen Wissensvermittlung durch beispielsweise informative Off-Kommentare vonstattengeht. Im Vordergrund steht vielmehr der Versuch einer genuin sinnlich verfahrenden, mitunter verstörenden, nonverbalen Annäherung.
Speziell ist auch die Zusammenarbeit der SEL-Mitglieder untereinander: Zum Beispiel entstehen die Langfilme meist in Co-Regie was zu interessanten Überschneidungen der Zuständigkeiten und Mischformen der jeweils präferierten filmischen Methode führt. Stilistisch zeichnen sich die mittlerweile zahlreichen, mal analog, mal digital produzierten Beiträge des SEL durch undogmatische Uneinheitlichkeit aus. Verbindende Momente kann man im Alternieren zwischen sozialbewusstem bis sozialkritischem Dokumentieren und dem hohen Stellenwert ästhetischen Experimentieren ausmachen.
In einer dreitägigen Hommage versuchen wir der Komplexität des SEL-Outputs gerecht zu werden, indem wir sowohl Kurz- als auch Langfilm-Abende miteinander kombinieren und darüber hinaus selten vorgeführte Soundarbeiten berücksichtigen. Versuchen die drei ausgewählten Langfilme paradigmatisch die Vielseitigkeit in motivischer, inhaltlicher wie formaler Hinsicht aufzuzeigen, trägt das zweiteilige, einzelnen FilmemacherInnen gewidmete Kurzfilmprogramm der Tatsache Rechnung, dass manche SEL-Mitglieder einen länder- und kulturspezifischen Schwerpunkt besitzen. Die Soundarbeiten stehen für Sinnesexperimente im außenfilmischen Bereich, weisen hier aber ebenso das Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlichem Faktum und künstlerisch autonomer Form auf.
Die Ethnologin Ursula Rao wird in einer Einführung die Verortung des SEL innerhalb der (visuellen) Ethnographie in wissenschaftsgeschichtlicher und wissenschaftstheoretischer Hinsicht beleuchten, während Filmwissenschaftler und CARGO-Herausgeber Simon Rothöhler sich der ästhetischen Verfahren und medientheoretischen Implikationen in einem Redebeitrag annehmen wird.

for the english texts see: https://drive.google.com/file/d/1Km7yzAeQ5qztAedxTWrKO_mnEgkGkSC0/view

Venue

UT Connewitz